Céline Manz. 9 espaces distincts
Maëlle Gross. HotHeads

Welchen Einfluss haben die Biografie, das Geschlecht, die Nachlassverwaltungen und das Urheberrecht auf die Wahrnehmung des Werks berühmter Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts wie Sophie Taeuber-Arp, Sonia Delaunay oder Meret Oppenheim? Céline Manz (*1981, lebt und arbeitet in Basel und London) geht diesen Fragen mittels verschiedener Formen der Aneignung, Rekontextualisierung und Reaktivierung nach. Zu sehen sind etwa eine Interpretation eines unrealisierten Interieurs von Taeuber-Arp, das ihren männlichen Kooperationspartnern zu bunt gewesen war, oder Fotogramme einer Arbeit von Sonia Delaunay, übertragen von Websites, die diese fälschlicherweise ihrem Mann Robert zuordneten. Manz lotet Grauzonen des Urheberrechts und der juristischen Definition künstlerischer Originalität aus und stellt dabei immer auch Fragen zum heutigen Leben und Arbeiten als Künstlerin.

Maëlle Gross (*1988, lebt und arbeitet in Lausanne und Genf) porträtiert in ihrer Videoarbeit «HotHeads» drei Frauen über 50, deren Hobby das Motorradfahren ist. Die Frauen sprechen über ihren einstigen Status als «Sandsäcke» – so der despektierliche Ausdruck für Beifahrerinnen – und den Moment, an dem sie selbst den Lenker übernommen haben. Die Grossmutter der Künstlerin hatte das Bürgerrecht des Oberaargauer Dorfes Bollodingen, bevor sie es nach damaligem Recht durch Heirat mit einem geflüchteten Griechen verlor. Später liess sie sich dort wieder einbürgern, sodass auch Maëlle Gross diesen Heimatort hat. Eine neue Arbeit mit einer Skulptur, die mit einer Motorrad-Parade nach Bollodingen gelangt, geht von diesem biografischen Bezug aus.

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