Potentielle Normaliensammlung. Reto Müller
Arresting Fragments of the World. Brigham Baker, Judith Kakon, Clare Kenny, Maya Rochat

Potentielle Normaliensammlung.
Reto Müller

Ausgehend von einer Faszination für die klare Haltung der Moderne, die sich etwa in der Architektur als «gebaute Idee» manifestiert, entwickelt der Schaffhauser Künstler Reto Müller (*1984) eine neue Werkgruppe. Müllers Reaktion darauf in seiner Arbeit ist jedoch brüchig. Kulisse, Fassade, Modell ebenso wie Kopie und Version tauchen immer wieder als Stichworte auf. Schon im Titel der Ausstellung – «potentielle Normaliensammlung» – ist weniger von der Realisation als vom Potential die Rede. Für seine erste institutionelle Einzelausstellung nimmt er Bezug auf das Erbe der frühmodernen Architektur in der Schweiz, insbesondere in Langenthal: Der Corbusier-Vertraute und Herausgeber der Oeuvres Complètes Willy Boesiger baute 1928 in Langenthal ein kompromisslos modernes Gebäude für die Schreinerei seines Vaters. Geschichte und Gegenwart solcher Bauten bilden den Ausgangspunkt für Müllers neue Videoarbeit. Diese kombiniert er in der Ausstellung mit eigenen Reliefs aus Beton, Zinn oder gegossenem Basalt, in denen Erstarrungsprozesse und Normierung sichtbar werden und in denen er Fragen nach dem Modellhaften, Modularen und menschlichem Mass nachgeht. Zur Ausstellung erscheint ein Künstler-buch mit Textbeiträgen mehrerer Autoren.

Arresting Fragments of the World.
Brigham Baker, Judith Kakon, Clare Kenny, Maya Rochat

Während sich die Flüchtigkeit, Unverbindlichkeit und der Zweifel im Bezug auf das fotografische Bild im digitalen Umfeld breit machen, finden fotografische Praktiken zusehends im physischen, analogen und raumbezogenen Kontext Niederschlag. Abdruck und Schichtung, Vervielfältigung, Streuung oder Prozesse, bei denen die Bildgenese und Autorschaft komplett aus der Hand des Künstlers an den Apparat oder Zufall übergeben werden – die vier eingeladenen Kunstschaffenden Brigham Baker (*1989), Judith Kakon (*1988), Clare Kenny (*1976), Maya Rochat (*1985) umkreisen, verfremden und pervertieren fotografische Prozesse, ohne dass das Medium direkt in Erscheinung tritt. Die eigens für die Ausstellung im Kunsthaus Langenthal entwickelten Videos, Rauminstallationen und skulpturalen Objekten sind haptisch, immersiv, und zugleich flüchtig, fragend und prozesshaft.

Öffnungszeiten während den Ausstellungen

Mittwoch bis Freitag 14 – 17 Uhr
Samstag und Sonntag 10 – 17 Uhr
Montag und Dienstag geschlossen

Feiertage

Kunsthaus Langenthal
Marktgasse 13
CH-4900 Langenthal

+41 62 922 60 55

www.kunsthauslangenthal.ch