Edit Oder­bolz. Don’t Look Back in Anger

21.02.–20.04.08

Edit Oder­bolz bezieht sich in ihrer Kunst auf die Ästhetik der 60er und 70er Jahre. Die ele­gan­ten Konzepte und Formen dieser Jahre, geprägt von der Sehn­sucht nach einem besseren Leben, von Fortschritts­glauben und Ide­olo­gien, haben nichts von ihrer Fasz­i­na­tion einge­büsst. Gerade in der zeit­genös­sis­chen Kunst werden sie inten­siv reflektiert.

Im Werk von Edit Oder­bolz scheint aber weniger das Bedauern auf, in der falschen – weil zu späten – Dekade zu leben, als das Ver­trauen, dass auch heute durch Reduk­tion und Konzen­tra­tion ein Mehr an Bedeu­tung gewon­nen werden kann. Aus Holzperlen oder Span­plat­ten, mit Tep­pich oder Farb­s­tiftlin­ien entwick­elt sie Objekte, Bilder und raum­be­zo­gene Instal­la­tio­nen in klarer, min­i­mal­is­tis­cher For­men­sprache. Liebevoll ent­lockt die Kün­st­lerin ver­meintlich arm­seli­gen und unprä­ten­tiösen Materia­lien, die sie im Brock­en­haus oder im Bau­markt findet, Poesie und Witz und aktiviert das emo­tionale Poten­tial und die Geschichten dieser Gegen­stände. Was simpel und spröde wirkt, gewinnt bei ihr durch gezielte Ein­griffe an Ele­ganz. Ihre Wan­dob­jekte aus ver­bo­ge­nen Vorhangschienen und die frag­ilen Bilder aus Holzresten bestechen durch Ein­fach­heit und Ver­spieltheit zugle­ich. Und w enn sie mit Nadelfilz einen Raum umwick­elt, schafft sie ein ver­wirrend sinnliches Loop­ing und­sich selbst sou­verän eine eigen­ständige Posi­tion in der Gegenwartskunst.

Edit Oder­bolz entwick­elt für die Ausstel­lung zahlre­iche neue Arbeiten und adap­tiert beste­hende Instal­la­tio­nen für die Räume des Kunsthauses.

Edit Oderbolz, Ausstellungsansicht Kunsthaus Langenthal, 2008, Foto: Martin Rindlisbacher
20.02.08
07:00 pm

Publication

Edit Oderbolz Don't Look Back in Anger

Mit Texten von Fanni Fetzer und Isabel Zürcher

84 pages, English/German
Kun­sthaus Lan­gen­thal, 2008

CHF 25.– + shipping